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Niedersächsische Naturschutztage

28. bis 29.06.2022
Hannover, HCC, Future Meeting Space, Theodor-Heuss-Platz 2

Nr. 22-001


Der niedersächsische Weg: Naturschutz im Agrarland Nr. 1 – Brücken bauen für eine nachhaltigere Landnutzung

Fokus Grünland: Im Dreiklang zwischen Wertschöpfung, Natur- und Klimaschutz – ein Dialogforum zur Entwicklung gemeinsamer Zukunftsperspektiven


Grünland ist eine multifunktionale Landschaft: Es stellt oder sichert zahlreiche Ökosystemleistungen und trägt insbesondere durch die Produktions- und kulturelle Funktion zur primären menschlichen Daseinsvorsorge bei. Aber auch bei den Unterstützungs- und Regulierungsfunktionen liegt aus der Perspektive des Natur- und Klimaschutzes auf diesen Flächen ein besonderes Interesse, da der Erhalt von Artenvielfalt sowie die Funktion als Kohlenstoffsenke elementare Beiträge zum Erreichen nationaler, europäischer und globaler Umweltziele darstellen – zumal in Niedersachsen ein Großteil des Grünlandes auf Moorstandorten zu finden ist.

Über Jahrhunderte wurde und wird Grünland durch landwirtschaftliche Nutzung im positiven wie negativen Sinne verändert. In weiten Teilen trägt eine nicht zu intensive Form der menschlichen Nutzung zum Wert dieser Landschaften bei. Vor dem Hintergrund großer gesellschaftlicher Transformationsfragen rücken Perspektiven für das Grünland in den Fokus, da – unabhängig von einer intensiven, extensiven oder gar keiner Nutzung – die Rolle des Menschen immer entscheidend und prägend sein wird. Die Zukunftsfragen des Grünlands sind ein herausstechendes Beispiel für ein sogenanntes „Nachhaltigkeitstrilemma", das sich aus den gesellschaftlichen Zielen der Ernährungssicherheit, dem Natur- und dem Klimaschutz ergibt. Die Entwicklung von Lösungsmöglichkeiten erfordert Herangehensweisen, die integrativ und kooperativ angelegt sind und gemeinsame Dialog auf Augenhöhe fördert.

Vor diesem Hintergrund wollen wir im Rahmen der Naturschutztage 2022 anhand des Beispiels „Grünland“ einen Blick darauf werfen, welche Themenfelder einer nachhaltigen Landnutzung als Konfliktthemen zwischen Landwirtschaft und Naturschutz bestehen oder zumindest als solche empfunden werden. Die Naturschutztage sollen dazu dienen, einen Gesamtblick auf die gegenwärtige Debattenkultur zu geben, um dann mit neuen Impulsen in vier Fachforen auszuarbeiten, in welchen Fragen Einigkeit herrscht und in welchen bis zur Lösung noch ein längerer Weg zu gehen ist. Innerhalb der Veranstaltung werden nicht alle diese Fragen zu lösen sein, doch wollen wir in einem neuen Format den Versuch wagen, innerhalb von 24 Stunden mindestens eine Versachlichung der Themen sowie eine Skizzierung des Weges zu einer Lösung zu skizzieren. Dabei ist es notwendig, insbesondere die Verbindlichkeit von Vereinbarungen auf möglichst konkreter Ebene sowie das Prinzip der Eigenverantwortlichkeit zu stärken: Jammern war gestern, Handeln ist heute – so sollte sich das Motto darstellen.

Dabei ist es notwendig, den Blick sowohl auf die sachliche, aber auch die emotionale Ebene zu lenken – insbesondere deswegen, um einmal zu klären, welche dieser Ebenen tatsächlich konfliktbeherrschend ist.

Die Naturschutz- und Klimaziele stellen dabei die ökologische Komponente der Nachhaltigkeit dar, die ländliche Bevölkerung und insbesondere die Landwirtschaft die soziale und ökonomische Perspektive. Wollen wir diese drei Säulen miteinander ins Nachhaltigkeitsdreieck bringen, müssen wir ausgetretene Pfade verlassen. Eine Konfliktklärung zu Beginn ist dabei entscheidend – befinden wir uns wirklich in einem inhaltlichen Konflikt oder in einem emotionalen?

Auf der inhaltlichen Ebene gehört zur realistischen Betrachtung, ob es im Sinne von „wicked problems“ tatsächlich Themen gibt, in denen am Ende ein Konfliktraum bestehen bleibt, weil sich dieser niemals vollständig auflösen lässt. Genauso ist es wichtig, sich bei dynamischen, komplexen Themen bewusst zu machen, dass es keine statischen Lösungen gibt und daher adaptive Ansätze – die wiederum einen dauerhaften Dialog sowie ein erfolgsorientiertes Monitoring voraussetzen – Vorrang bekommen müssen. Am Ende werden zahlreiche klassische (aber auch wenig erfolgreiche) Ansätze des Naturschutzes in Frage gestellt, um Innovationspotentiale zu wecken.



HINWEIS: Geändertes Programm:

Den Flyer zur Veranstaltung als PDF zum Download.

Es besteht die Möglichkeit sich nur für den 29. Juni anzumelden.

Bitte vermerken Sie dies bei Ihrer Anmeldung unter Anmerkungen, falls Sie nur am 29. Juni teilnehmen wollen.

Die Teilnahmegebühr wird dann automatisch von uns auf 50 Euro reduziert.
Anmeldung

Ab 20. April 2022 ausschließlich unter www.niedersaechsische-naturschutztage.de. Nach der erfolgten Anmeldung erhalten Sie automatisch eine Bestätigungsemail und in den Folgewochen eine Rechnung über die Teilnahmegebühr.

Bitte melden Sie sich bis zum 24. Juni an.

Es besteht die Möglichkeit sich nur für den 29. Juni anzumelden. Bitte vermerken Sie dies bei Ihrer Anmeldung unter Anmerkungen, falls Sie nur am 29. Juni teilnehmen wollen. Die Teilnahmegebühr wird dann automatisch von uns auf 50 Euro reduziert.

HINWEIS: Geändertes Programm!

Teilnahmegebühren

120 Euro inklusive Verpflegung (Abendveranstaltung inkl. Getränkepauschale am 28. Juni, leichte Snacks am Morgen des 29. Juni sowie Mittagsimbiss am 29. Juni), Tagungsgetränke.
Begleitpersonen am 28. Juni abends 50 Euro.

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