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Abschluss des Bildungsprojektes „LebensWege – Naturerleben für Menschen mit und ohne Demenz“

Demenz-sensible Naturangebote, Broschüre und Seminar 2022 vorgestellt


  Bildrechte: NNA
Zertifikatsübergabe im Rahmen der Abschlussveranstaltung des Projektes

Am gestrigen Dienstag ging das Bildungsprojekt „LebensWege – Naturerleben für Menschen mit und ohne Demenz“ mit einer feierlichen Veranstaltung im Camp Reinsehlen zu Ende. Anlässlich des Welt-Alzheimertages erhielten die Absolventinnen und Absolventen der achtmonatigen Fortbildung ihr Teilnahmezertifikat und führten interessierte Gäste durch die umgebende Heidelandschaft.

„Natur wirkt – auch und besonders auf Menschen mit einer Demenz“, erklärte Helen Börü-Schepers, Leiterin des Fachbereichs Bildung an der Naturschutzakademie. Aktuell lebten in Deutschland etwa 1,6 Millionen Menschen mit einer Demenzerkrankung, in Niedersachsen rund 150.000, mit stark steigender Tendenz. „Das Erleben von Pflanzen, Tieren und Ökosystemen kann die Erkrankung zwar nicht aufhalten“, so Börü-Schepers. „Die Natur verfügt jedoch über wirkungsvolle Kräfte, die die Lebensqualität demenziell erkrankter Menschen messbar verbessern können.“


Pilotprojekt erfolgreich abgeschlossen – trotz Corona

Insgesamt 14 Fachkräfte aus Umweltbildung, Betreuung, Sport und Freizeit hatten sich in mehreren Workshops, schriftlichen Hausarbeiten und praktischen Erprobungen weiterqualifiziert. „Unsere Teilnehmenden haben erfahren, wie die so genannte ‚Green Care‘ wirkt – etwa, indem sie abendliche Unruhe mindert, zu Bewegung motiviert, die Stimmung verbessert, vor Begleiterkrankungen schützt sowie geistige Fähigkeiten und das Selbstvertrauen stärkt“, erläuterte Projektleiterin Dorit Behrens. Ferner habe die Fortbildung vermittelt, was es beim Einsatz in der Natur und im Umgang mit demenziell erkrankten Menschen zu beachten gilt und wie künftige Angebote gestaltet werden können. „Im Mittelpunkt der niedrigschwelligen Angebote stehen die sanfte Aktivierung und das Erleben der Natur mit allen Sinnen“, so Behrens. Wissensvermittlung und sportlicher Ehrgeiz träten in den Hintergrund.

Pandemiebedingt musste die Qualifizierung teilweise digital stattfinden. „Eine große Herausforderung für uns alle“, sagte die Projektleiterin rückblickend. „Die Natur lässt sich nun einmal nicht online erleben.“ Dennoch hätten sich gute Wege des Lernens und Austauschens gefunden, darunter Webinare, Videokonferenzen sowie Aufgaben, die die Teilnehmenden einzeln im Freien und gemeinsam über eine Lernplattform bearbeiten konnten. „In den warmen Monaten durften wir das Gelernte dann schließlich in die Tat umsetzen und mit den Zielgruppen erproben. Das war uns besonders wichtig und für alle Beteiligten ein gelungener Abschluss!“

Auch die Regionalmanagerin des EU-Förderprogramms LEADER, aus dem das Projekt bezuschusst wurde, zeigte sich mit dem Ergebnis sehr zufrieden: „Mit dem Projekt ‚LebensWege‘ ist es gelungen, ein Angebot der gesellschaftlichen Teilhabe für Menschen mit Demenz, ihre Angehörigen und weitere Naturinteressierte zu schaffen. Diesen inklusiven Charakter schätzen wir in der Naturparkregion besonders und freuen uns, dass nun noch mehr Menschen die wunderschöne Lüneburger Heide genießen können“, erklärte Lina Dening.


Naturangebote, Broschüre und ein neues Seminar

Eine Auswahl demenz-sensibler Naturangebote finden Interessierte ab sofort auf der Internetseite der Naturschutzakademie. Auch die neue Broschüre „LebensWege“ ist ab heute kostenlos und wahlweise als digitale oder Druckversion erhältlich. Die Publikation vermittelt grundlegendes Hintergrundwissen sowie praktische Impulse für demenz-sensible Naturangebote. Für einen tieferen Einstieg in das Thema hat die Naturschutzakademie ebenfalls vorgesorgt: „LebensWege“ wird als mehrtägiges Seminar auch im Jahresprogramm 2022 angeboten, Anmeldungen sind ab Ende des Jahres möglich.


Das Projekt „LebensWege“ wurde in Kooperation mit der Alzheimer Gesellschaft Lüneburg e. V., dem Kreissportbund Harburg-Land e. V., dem Naturpark Lüneburger Heide und den Wanderfreunden Nordheide e. V. durchführt. Gefördert wurde es aus Mitteln des europäischen LEADER-Programms zur Stärkung und Weiterentwicklung der ländlichen Räume in der Naturparkregion Lüneburger Heide sowie vom Niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz. Nähere Informationen zur Qualifizierung, den demenz-sensiblen Naturangeboten und der Broschüre finden sich auf der Website der Naturschutzakademie www.nna.niedersachsen.de.

Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:
Susanne Eilers

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