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Let the Vernissage begin!

Teilnehmende des FÖJ beschäftigen sich kreativ mit einem ernsten Thema


Sie sind nicht nur engagiert – sie sind auch kreativ: 26 junge Teilnehmende des Freiwilligen Ökologischen Jahres haben sich ein Jahr lang auf vielfältigste Form mit dem Thema „Das leise Sterben der Insekten“ auseinander gesetzt. Nachdem sie während ihres freiwilligen Jahres das Thema in Form von Projekten bearbeitet hatten, präsentierten sie die Ergebnisse zum Abschluss ihres FÖJ-Jahres auf einer Vernissage.

Die Einstimmung in den Tag (06.06.19) war inhaltlich gut gewählt: Auf dem naturnahen Gelände eines FÖJ-Tagungshauses Jugendhof Idingen nahm die Gruppe an der bundesweiten NABU-Aktion „Insektensommer 2019“ teil. Ausgerüstet mit Bestimmungsmaterial und Becherlupen ging es vom Hofgelände in den Wald, an den Bach, in den Kräutergarten oder an den Wegrand - gezählt wurde immer die Höchstzahl der gleichzeitig entdeckten Insekten in einem Umkreis von 10 Metern. Die Ergebnisse der Zählung wurde direkt an den NABU via der App „Insektenwelt“ gesendet. Auffällig hierbei: Es wurden kaum Schmetterlinge vorgefunden.

Eröffnet wurde die eigentliche Vernissage durch die Seminarsprecherin Elisabeth Gerlach, die im Beisein der beiden FÖJ-Teamer Alea Rynas und Carlo Engstfeld sowie dem Fachbereichsleiter FÖJ der Naturschutzakademie, Dirk Schuricht, für die gesamte Gruppe sprach, wie sehr das Thema doch zu einem „Herzensthema“ geworden sei und ihnen allen die Augen geöffnet habe: „So wie eine scheinbar unauffällige Raupe sich mit der Zeit zu einem wunderschönen Schmetterling entpuppt, so hat sich während unseres FÖJ nicht nur das Projekt ‚Insektensterben‘, sondern auch jede/r Einzelne von uns weiterentwickelt.“

Was folgte, war ein ganzes Potpourri an Ideen, wie sich ein so komplexes, aber auch ernstes Thema fundiert, kreativ und damit auch Mut-machend bearbeiten lässt: Nach einem Erklärvideo mit Grundinformationen zum Thema, das auch für Kinder geeignet ist, folgte – vorbereitet von einer zweiten Gruppe - ein Raum mit vier Pinnwänden mit Collagen - bewusst geplant als Auseinandersetzung in Stille.

Es folgte eine Podiumsdiskussion, in deren Rahmen die jungen FÖJ-Teilnehmenden verschiedene Rollen aus Politik, Naturschutzverbänden und Chemieindustrie sowie Wissenschaft einnahmen. Gefolgt von der Präsentation eines Podcast mit realen Interviews von Passanten. Im Anschluss daran ging es auf die Bühne: Ein Theaterstück in Form einer Gerichtsverhandlung zu dem Thema wurde aufgeführt. Dabei stellte ein FÖJler die Menschheit in einer Industriegesellschaft in Form des Angeklagten dar, ein weiterer die Natur bzw. die Insekten als „Kläger“ - und eine dritte Person den Richter. Beide, Kläger und Angeklagter, hielten Plädoyers und brachten jeweils Argumente für Insektenschutz ebenso wie für die Weiterentwicklung der Konsumgesellschaft vor. Am Ende der Verhandlung fällte das Gericht mithilfe der FÖJler – in der Rolle der Geschworenen - sein Urteil.

Alea Rynas, Carlo Engstfeld und Dirk Schuricht vom Fachbereich FÖJ der Alfred Toepfer Akademie für Naturschutz, dem Träger des FÖJ in Niedersachsen, waren sich einig: „Dieser FÖJ-Gruppe ist eine aus fachlicher und didaktischer Sicht sehr effektive und motivierende Auseinandersetzung mit einem global wichtigen und hoch aktuellen Thema gelungen.“
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Die 26 FÖJ-Teilnehmenden mit ihren Teamern von der Naturschutzakademie (Alea Rynas, vorne links; Carlo Engstfeld, mittlere Reihe, 2. von rechts) (Bildrechte: NNA)
Zählen, was zählt. FÖJ-Teilnehmende bestimmen und zählen Insekten bei der NABU-Mitmachaktion ‚Insektensommer 2019‘
Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:
Susanne Eilers

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